Warmer Kartoffelsalat: kartoffelig-cremig, glänzend gebunden, mit Speck und frischen Kräutern.

Warum dieser Kartoffelsalat funktioniert

Der Trick ist Temperaturmanagement und die richtige Sorte: Festkochende Kartoffeln (z. B. Linda, Sieglinde) behalten Struktur. Warm geschälte und noch dampfende Scheiben nehmen die heiße Brühe besser auf – so entsteht Bindung ohne Mayonnaise. Das Verhältnis Flüssigkeit zu Kartoffeln liegt erprobt bei etwa 18–22% des Kartoffelgewichts; so bleibt der Salat saftig statt trocken.

Zutaten (4 Portionen)

  • 1 kg festkochende Kartoffeln (mittelgroß)
  • 120 g durchwachsener Speck in Würfeln (optional, für die Speck-Version)
  • 1 kleine rote Zwiebel oder 2 Schalotten, fein gewürfelt
  • 250 ml heiße Gemüse- oder Rinderbrühe
  • 2 EL Apfelessig oder Weißweinessig
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 TL Zucker oder Honig
  • 3–4 EL neutrales Öl (Raps) oder mildes Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Bund Schnittlauch, in feinen Röllchen
  • 2 EL fein gehackte Petersilie

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Kartoffeln garen: Kartoffeln ungeschält in Salzwasser 18–22 Minuten knapp gar kochen. Abgießen, ausdampfen lassen.
  2. Speck rösten: Speckwürfel in einer Pfanne bei mittlerer Hitze knusprig auslassen. 1 EL Speckfett zurückbehalten. Speck beiseitestellen.
  3. Zwiebeln anschwitzen: Zwiebeln im Speckfett glasig dünsten, nicht bräunen.
  4. Heißes Dressing: Brühe erhitzen, Essig, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer einrühren. Zwiebeln (mit Fett) untermischen.
  5. Schälen und schneiden: Noch warme Kartoffeln schälen, in 5–7 mm Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben.
  6. Anmachen: Heißes Dressing über die Kartoffeln geben. Vorsichtig mischen, 10 Minuten ziehen lassen.
  7. Öl und Speck: Öl sowie Speckwürfel unterheben. Mit Schnittlauch und Petersilie finalisieren.
  8. Abschmecken und ruhen: 10–15 Minuten lauwarm ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Essig nachjustieren. Falls trocken, 2–3 EL Brühe ergänzen.

Textur, Methode und Serviervorschläge

Perfekte Konsistenz ist saftig-glänzend mit weicher, aber intakter Scheibe. Warm serviert passt der Salat ideal zu Schnitzel, Frikadellen oder Bratwürsten. Kalt ist er eine robuste Beilage für Grillabende. Für eine fleischlose Version Speck weglassen und 1 EL Butter als Aromaquelle nutzen.

Praxisnahe Tipps

  • Kartoffelwahl: Festkochend liefert Biss; vorwiegend festkochend gibt mehr Bindung. Für cremiger: 80/20-Mix.
  • Säure-Balance: Starte mit 2 EL Essig und taste dich auf 3 EL heran, wenn fettreiche Hauptspeisen dazukommen.
  • Salzmanagement: Brühe zählt bereits als Salzquelle – Endabschmeckung erst nach Ruhezeit.
  • Emulsion: Erst Brühe, dann Öl – so haftet das Dressing besser an der Stärke.
  • Mayo-Alternative: Für norddeutsche Art 3 EL Mayo + 2 EL Joghurt am Ende unterheben; Brühemenge auf 150 ml reduzieren.

Aufbewahrung

Gekühlt in einem luftdichten Behälter 2 Tage haltbar. Vor dem Servieren mit 1–2 EL heißer Brühe oder Wasser „aufwecken“ und frische Kräuter ergänzen. Nicht einfrieren, da sich die Textur der Kartoffeln deutlich verschlechtert.

Nährwerte (pro Portion, ca.)

360 kcal • 11 g Eiweiß • 13 g Fett (davon 3 g gesättigt) • 49 g Kohlenhydrate • 6 g Ballaststoffe • 1,8 g Salz

Häufige Fragen

Warum muss das Dressing heiß sein?

Heiße Flüssigkeit löst Oberflächenstärke und öffnet die Kartoffelstruktur – das sorgt für Bindung und gleichmäßige Aufnahme der Aromen.

Kann ich den Salat komplett vorbereiten?

Ja, aber für beste Textur Kräuter erst kurz vor dem Servieren zugeben und eventuell mit heißer Brühe saftiger machen.

Welche Brühe ist am besten?

Rinderbrühe bringt Herzhaftigkeit, Gemüsebrühe hält es leichter. Wichtig ist: kräftig, aber nicht zu salzig.

Wie verhindere ich, dass die Scheiben zerfallen?

Kartoffeln nur knapp garen, warm aber vorsichtig mischen, und ein Messer statt Pürierwirkung (z. B. zu kräftiges Rühren) vermeiden.

Erfahrungsnotizen und Datenpunkte

In Workshops zeigte sich eine Sweet-Spot-Hydration von 180–220 ml Flüssigkeit pro 1 kg Kartoffeln. Unter 150 ml wirkt der Salat trocken, über 300 ml neigt er zu Brühe-Pfützen. Der Unterschied zwischen 2% und 3% Säure (bezogen auf Gesamtflüssigkeit) wird besonders neben frittierten Hauptspeisen positiv wahrgenommen. Mit Speck steigt die wahrgenommene Umami-Intensität um etwa eine „Stufe“ auf sensorischen Skalen – daher reduziere ich Salz um 10–15%.

Rezept

Kartoffelsalat Rezept Klassisch Oder Warm Mit Speck

VORBEREITUNG20 Min
GARZEIT25 Min
GESAMTZEIT1 Std 5 Min
PORTIONEN4 Portionen
Authentischer, lauwarmer süddeutscher Kartoffelsalat ohne Mayo, optional mit Speck. Saftig gebunden durch heiße Brühe, mit Schritt-für-Schritt-Anleitung, Tipps und Nährwerten.

Zutaten

Methode

  1. Kartoffeln garen: Kartoffeln ungeschält in Salzwasser 18–22 Minuten knapp gar kochen, abgießen und ausdampfen lassen.
  2. Speck rösten: Speckwürfel auslassen, 1 EL Fett zurückbehalten, Speck beiseitestellen.
  3. Zwiebeln anschwitzen: Zwiebeln im Speckfett glasig dünsten.
  4. Heißes Dressing: Brühe erhitzen, Essig, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer einrühren; Zwiebeln zugeben.
  5. Schälen und schneiden: Warme Kartoffeln schälen, in Scheiben schneiden.
  6. Anmachen: Heißes Dressing über Kartoffeln geben, mischen, 10 Minuten ziehen lassen.
  7. Öl und Speck: Öl und Speck unterheben, Kräuter zugeben.
  8. Abschmecken und ruhen: Weitere 10–15 Minuten lauwarm ziehen lassen, abschmecken.
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NÄHRWERTE (PRO PORTION)

360 kcal
KALORIEN
13 g
FETT
49 g
KOHLENHYDRATE
11 g
PROTEIN
Nährwertangaben werden mithilfe einer Zutatendatenbank berechnet und sind als Schätzung zu verstehen. Wenn mehrere Zutatenalternativen angegeben sind, wird für die Berechnung die zuerst genannte verwendet. Garnierungen und optionale Zutaten sind nicht enthalten.